Zertifiziertes Palmöl braucht mehr Abnehmer – Verbraucher können Druck ausüben

PalmölproduktionDer „Runde Tisch für Nachhaltiges Palmöl“ (RSPO), der 2004 auf Initiative der Umweltorganisation WWF ins Leben gerufen wurde, hat die Kriterien für zertifiziertes Palmöl im November 2014 verschärft. Um die nachhaltige Produktion von Palmöl entlang der Wertschöpfungskette zu fördern, nutzt der RSPO einerseits den RSPO Standard für die Palmölproduktion sowie den RSPO „Chain of Custody“ Standard für alle nachgelagerten Bereiche. Damit Produkte, die nachhaltig erzeugtes Palmöl enthalten, mit einem RSPO Logo etikettiert werden dürfen, müssen bei jeder Herstellungs- bzw. Handelsstufe die RSPO Richtlinien eingehalten und von einer unabhängigen Prüforganisation zertifiziert worden sein.

Obgleich auch die neuen Anforderungen dem WWF nicht weit genug gehen, unterstützt die Umweltorganisation weiterhin den RSPO, der mit seiner Marktdurchdringung und seinen Strukturen auf dem richtigen Weg sei. Strengere Forderungen sind vor allem an den Palmöl-Produzenten gescheitert, die nicht bereit sind, noch mehr Kriterien zu erfüllen, solange sie ihr zertifiziertes Palmöl nicht loswerden. Derzeit findet aufgrund des höheren Preises nur rund die Hälfte des nachhaltig hergestellten Palmöls Abnehmer. Selbst in Deutschland sind nach Angaben des WWF gerade einmal 30 Prozent des Palmöls auf die eine oder andere Weise zertifiziert. „Und damit stehen wir im Gegensatz zu anderen Ländern noch gut da“, sagt die WWF-Projektleiterin Ilka Petersen.

Verbraucher, die einen Beitrag dazu leisten wollen, dass die Nachfrage nach zertifiziertem Palmöl steigt, können mit ihrem Einkaufsverhalten ein Signal setzen und so mittelbar Druck auf die Lebensmittelhersteller ausüben. Laut einer neuen EU-Verordnung muss Palmöl in weiterverarbeiteten Nahrungsmitteln seit diesem Jahr explizit als eigenständige Zutat aufgelistet werden. Ob dabei konventionell oder nachhaltig gewonnenes Palmöl eingesetzt wird, darüber informieren z. B. der Palmöl-Scorecard (www.panda.org/palmoilscorecard/2013) bzw. die entsprechenden Verbraucher-Hotlines oder -Websites der jeweiligen Hersteller.

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